Die Schleiereule


Sie ist diejenige der einheimischen Eulen mit dem markantesten Aussehen: der helle, fast herzförmige Gesichtsschleier und die dunklen Augen machen sie sehr ausdrucksstark.

 

 

 

Weibchen und Männchen sind kaum zu unterscheiden, die Weibchen wiegen jedoch oft ca. 400g, die Männchen ca. 300g.

Foto: Hans Pollin

 

 

Schleiereulen jagen in Dämmerung und Nacht. Mit ihrem ausgezeichneten Gehör können sie leiseste Geräusche erkennen und sicher orten. Ihre Sehfähigkeit ist in der Dämmerung um Vielfaches besser als die des Menschen. Der spezielle Bau der Schwungfedern lässt sie lautlos durch die Nacht gleiten. Die Hauptbeute sind kleine Nager, aber auch Insekten und vereinzelt Amphibien. Unverdauliche Reste werden als Gewölle ausgeschieden.

 

 

Schleiereulen jagen in Dämmerung und Nacht. Mit ihrem ausgezeichneten Gehör können sie leiseste Geräusche erkennen und sicher orten. Ihre Sehfähigkeit ist in der Dämmerung um Vielfaches besser als die des Menschen. Der spezielle Bau der Schwungfedern lässt sie lautlos durch die Nacht gleiten. Die Hauptbeute sind kleine Nager, aber auch Insekten und vereinzelt Amphibien. Unverdauliche Reste werden als Gewölle ausgeschieden.

 

Diese recht schlanke und kleine Eulenart kam früher bei uns häufig in ländlichen Gebieten vor. Auf Bauernhöfen sorgte sie für die Dezimierung der Mäuse in den Scheunen, gern gesehen von den Landwirten. In Heu und Stroh fanden sich ideale Nistgelegenheiten. Kaum ein Bauernhaus kam ohne ein Uhlenloch aus, ein spezielles Einflugloch für Eulen. Moderne Gehöfte bieten diese Lebensmöglichkeiten nicht mehr. Auch die Intensivlandwirtschaft hat zu einer starken Bestandsverminderung beigetragen. Auf den teils hoch aufwachsenden Monokulturen und durch intensiven Pestizideinsatz finden Schleiereulen keine Beute. Auch das sofortige Umbrechen der Stoppelfelder und das tiefgründige Pflügen lassen die Entwicklung größerer Nagerpopulationen auf den Feldern nicht zu. Daher ist Nahrungsmangel ein begrenzender Faktor für die Erholung der Bestände. Dank intensiver Fürsorge örtlicher Naturschützer scheint sich die Zahl der Schleiereulen jedoch in einigen Gebieten zu vergrößern.

 

Auch hier im Rhein-Kreis Neuss kommen einige Brutpaare vor. In guten Mäusejahren können zwei Bruten großgezogen werden. Das war bei den Schleiereulen am Tuppenhof (Kaarst) in 2010 der Fall. Bei einem hohem Schleiereulenbestand und guter Nahrungsversorgung kann es auch zu Schachtelbruten kommen: Die Männchen paaren sich mit mehreren Weibchen und versorgen diese während der Brut und den Nachwuchs in den ersten Wochen der Jungenaufzucht. Schneereiche Winter stellen jedoch eine extreme Bedrohung für die Tiere da. So konnten wir in Kaarst im Jahr 2011 nach dem langen schneereichen Winter lange keine Brut mehr im Tuppenhof-Eulenkastens feststellen. Erst in 2015 kam es wieder zu einem erfolgreichem Ausflug des Nachwuchses.